Neuste Artikel und Gedichte von mir.

Die Sterbehütte: Teil 1.

Kann man Sterben üben?
Von der lebensbejahenden Kraft eines symbolischen Sterbeprozesses.

Am Ende des Lebens wird es oft deutlich, ob ich mit mir im Reinen bin.  

  • War ich die, die ich von meinem Wesen her bin?
  • Habe ich gelacht, geweint, geliebt, getanzt und eigene Fußspuren hinterlassen?
  • Kann ich in Frieden gehen und mit einem Lächeln auf den Lippen zum letzten großen Übergang „Ja“ sagen?                                   
    Ich stelle mir das Sterben ähnlich dem Einschlafen vor. Man nennt den Schlaf auch den kleinen Bruder des Todes. Bin ich mit mir im Unreinen, dann plagen mich dunkle Gedanken, unerlöste Beziehungen, ungelebtes Leben und Worte oder Vorhaben, die ich nie ausgesprochen, nicht verwirklicht habe.
     
    Um unser Leben aufzuräumen, brauchen wir nicht bis zum Ende unseres Lebens warten. Wenn wir das jetzt schon tun, mitten im Leben stehend, dann kann uns das mehr innere Freiheit und ein erfüllteres Leben schenken.


In dem aus indigener Wurzel stammenden Ritual der Sterbehütte geht es genau darum. Hier lässt sich Sterben ‚üben‘. Hier können alte, nicht mehr lebensdienliche Blockaden sterben und losgelassen werden.
Hier findet Begegnung und Aussprache mit wichtigen (auch schon verstorbenen) Personen und eigenen inneren Anteilen deiner Persönlichkeit, statt. Hier kann Versöhnung geschehen.
 
Bevor in einem Seminar das Ritual stattfindet, gibt es eine Vorbereitungszeit. Sie ermöglicht dir, eine Ausrichtung zu finden und all die Dinge zu besprechen, die dich beschäftigen und dir wichtig sind. Im Ritual selbst wirken die feinen Energien von Vertrauen und Hingabe. Von Freilassen und Abschließen.

Im direkten Anschluss an die Sterbehütte oder das Sterbelager gehst du in den daneben liegenden Bestimmungskreis über. Er symbolisiert das große Nicht-Wissen, das Mysterium, den Ort zwischen dem Tod und des wieder geboren Werdens. Es ist ein heiliger Ort, an dem du nichts falsch und nichts richtig machen kannst. Hier darfst du in die Stille deines Seins lauschen und das Neue in dein Leben einladen.
 
Kann man sterben üben?
Vielleicht ist das nicht das richtige Wort? Oder doch?  


 
Naturgestützte Prozessbegleitung – zu innerer Freiheit und Selbstliebe
Eine zweijährige Ausbildung

 

Die Sterbehütte: Teil 2.

Im Februar erwacht die Natur aus ihrem Sterbeprozess, aus ihrem langen Winterschlaf, aus ihrer natürlichen Sterbehütte. Die Knospen von Bäumen und Sträuchern schwellen sichtbar an und die Sonne scheint länger und kraftvoller. 

Die Öffnung ins Leben, ins Sichtbare und Neue, vollzieht sich ganz langsam von alleine und kann durch nichts gedrängt werden. Die natürliche Phase des Sterbens, des Rückzugs ins Dunkel, Stille und halt gebende Erdreich neigt sich ihrem Ende zu. Die Natur gebiert sich neu ins Leben. 

Die Wende hat stattgefunden.

Dieser natürliche Prozess von Vergehen und Werden, kann analog zum rituellen Prozess in einer Sterbehütte gesehen werden. Der Mensch zieht sich an einen Ort in der Natur zurück, um sein Leben Revue passieren zu lassen und zu prüfen, was getan und geklärt werden muss, um ganz loslassen zu können. Er gibt sich ganz hin. Es stirbt symbolisch, um mit der Kraft des Anfangs wiedergeboren zu werden.

Analog zum wiederkehrenden Licht/Leben im Februar, drängen auch in ihr/ihm die neuen Lebenskräfte nach außen. Was als Sehnsucht im Inneren der Dunkelheit erträumt wurde, gebiert sich neu ins Leben.

In der Begleitung vieler Menschen konnte ich beobachten, dass ein gelungener innerer Wandel, eine gelungene persönliche Weiterentwicklung, die Folge eines befriedeten inneren Prozesses ist. Eines Prozesses, dem eine tiefe Sehnsucht vorangeht.

  • Einer Sehnsucht nach Erlösung von blockierenden Lebensmustern und der Erneuerung meiner eigenen festgeschriebenen Identität.
  • Einer Sehnsucht nach dem sterben lassen von veralteten Vorstellungen/Erwartungen und meiner Konzepte über die Wirklichkeit.
  • Einer Sehnsucht nach dem Sterben meines unbewussten Widerstandes gegen das gute Leben.

Auch als Menschheit stehen wir an diesem Punkt, an dem die Sehnsucht nach tiefgreifendem Wandel spürbar ist – ohne zu wissen, wie das geht.

Eine Antwort auf diese große Frage bietet Mahatma Gandhi an:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für die Welt.“

 

Ins Leben sterben

In jedem inneren Sterbeprozess
liegt dein Erwachen
In jedem inneren Sterbeprozess
erwacht dein Lied
In jedem inneren Sterbeprozess
erwacht deine Freude

 

In jedem mutigen Schritt deines Loslassens,
erwacht dein Frieden

In jedem friedlich gesprochenem Wort liegt ein Wunder
und in jedem Wunder ruht Gott

Mit jedem kleinen Wunder trägt er dich fort
Fort von deinen Widerständen gegen die Liebe

 

Die Liebe, die fließen will, tief in deinen Alltag hinein
Die Liebe, die dich mit allem Verbinden will
Mit jedem Menschen,
jedem Baum, jeder Blume, jedem Vogel und jeder Wolke.

Kommst du mit?

 

Dezember 2023

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